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[Stooszyt] «FriActiv Emmen»: Schwitzend die Gemeinde entdecken!: Wir haben die App "FriActiv Emmen" getestet!
[Stooszyt] «FriActiv Emmen»: Schwitzend die Gemeinde entdecken!: Wir haben die App "FriActiv Emmen" getestet!
Die App «FriActiv» kommt ursprünglich aus Fribourg. Die App soll die Bevölkerung dazu anregen, sich mehr zu bewegen. Gleichzeitig können die Nutzer*innen mit der App, die Gemeinden entdecken. Dabei ähnelt die App einem digitalen Vitaparcours mit zusätzlichen Entdeckungsposten. Seit dem 17. Mai gibt es auf der App auch erstmals eine Route im Kanton Luzern. Die Route führt durch die Gemeinde Emmen, entlang der Reuss.Wir haben unsere Laufschuhe geschnappt, sind nach Emmen gefahren und haben die App ausprobiert: So funktioniert die AppZuerst muss man in der App eine Route auswählen, die man entdecken möchte. Für den Kanton Luzern gibt es bisher nur eine Route – entlang der Reuss in der Gemeinde Emmen. Auf dieser Route gibt es dann verschiedene Posten. Dabei gibt es Bewegungsposten und Entdeckungsposten. Bei den Bewegungsposten werden einem jeweils Videos auf dem Handy angezeigt zu verschiedenen vorgeschlagenen Übungen fürs Gleichgewicht, die Atmung, Entspannung, Beweglichkeit, Kraft oder Schnelligkeit. Ebenfalls gibt es Übungen für Gruppen. Bei den Entdeckungsposten gibt es Informationen über Gesundheit, Natur, Kultur etc. Quelle: Redaktion Radio 3FACH«FriActiv Emmen» – ein PilotversuchVereinfacht gesagt wirkt die App wie ein digitaler Vitaparcours mit zusätzlichen Fakten über die Gemeinde. Bis jetzt gibt es eine Route in Emmen entlang der Reuss, ein weiterer Parcours ist bereits in Planung, schreibt der Kanton Luzern. Bei «FriActiv Emmen» handelt es sich momentan um einen Pilotversuch. Falls dieser erfolgreich ist, wäre es möglich, dass der Kanton weitere Gemeinden dabei unterstützt, sich in der App einzubringen. Ob die App in Emmen erfolgreich sein wird, wird sich noch zeigen. Falls ja, dann wäre es möglich, dass «FriActiv» auch bald in deine Gemeinde kommt.
[Krass Politic] Abstimmixinfo vom 18. Mai 2025: Abstimmungshighlights und vieles mehr
[Krass Politic] Abstimmixinfo vom 18. Mai 2025: Abstimmungshighlights und vieles mehr
Der Abstimmungssonntag am 18. Mai 2025 blieb unter dem Radar – weil es keine nationalen Vorlagen gab. Trotzdem gab es einige spannende kantonale und kommunale Abstimmungen, kontrovers geführte Abstimmungskampagnen und die ein oder andere lustige Anekdote. So auch im Kanton Luzern: Neben den kantonalen Abstimmungen über das Spitalgesetz und den Finanzausgleich stimmte zum Beispiel die Gemeinde Ballwil über ein 5G-Antennen-Verbot ab.Die ganze Geschichte rund um die 5G-Abstimmung in Ballwil sowie die wichtigsten Infos zum gestrigen Abstimmungssonntag gibt es hier zum Nachhören: Das lief im Kanton LuzernIm Kanton Luzern wurde die Teilrevision des Gesetzes über den kantonalen Finanzausgleich mit 87% überaus deutlich angenommen. Im Finanzausgleich zwischen dem Kanton Luzern und den Luzerner Gemeinden erhalten Gemeinden mit tieferen Steuereinnahmen Geld, damit sie eine Grundversorgung der Bevölkerung (z. B. im Bildungsbereich) sicherstellen können. Da in gewissen Gemeinden die Steuereinnahmen in letzter Zeit sprunghaft angestiegen waren, kam es zu einem Ungleichgewicht im Finanzausgleich. Dieses hätte dazu geführt, dass plötzlich alle finanzstarken Gemeinden mehr eingezahlt hätten und einige finanzschwache Gemeinden mehr Geld erhalten hätten, als dies nötig gewesen wäre. Mit der Teilrevision wurde dies nun verhindert.Die zweite Vorlage im Kanton Luzern hatte im Vorfeld für weitaus mehr Diskussionen gesorgt. Begonnen hatte das Ganze mit dem Neubau des Spitals Wolhusen: Dort wollte nämlich der Luzerner Regierungsrat und die Spitalleitung ursprünglich vorgesehene Leistungen, wie zum Beispiel die Intensivstation, streichen. Das führte zu einer grossen Aufregung und – insbesondere im Entlebuch und im Luzerner Hinterland –  zu viel verlorenem Vertrauen auf Seiten der Bevölkerung in die Gesundheitspolitik des Kantons Luzern. Aus diesen Diskussionen heraus entstand das Spitalgesetz, welches nun eine medizinische Grund- und Notfallversorgung an den drei Standorten des Luzerner Kantonsspitals LUKS (Luzern, Sursee und Wolhusen) sicherstellen soll. Das Referendumskomitee rund um die GLP hatte die Definition dieser Grund- und Notfallversorgung im Vorfeld der Abstimmung als zu starr kritisiert und argumentierte mit steigenden Kosten. Diese Argumentation vermochte das Stimmvolk des Kantons Luzern allerdings nicht zu überzeugen: Die Vorlage wurde mit 51.7% knapp abgelehnt. Das zeigt, dass der Luzerner Bevölkerung eine medizinische Grundversorgung auch in ländlichen Regionen wichtig ist. Die spannendsten kantonalen AbstimmungenDer Kanton Uri stimmte gestern über ein neues Sozialhilfegesetz ab. Dieses war von linken Parteien im Abstimmungskampf vor allem aus zwei Gründen heftig kritisiert worden: Erstens hätte das neue Gesetz beim Verdacht auf Sozialhilfebetrug den Einsatz von sogenannten Sozialdetektiv*innen zur Überwachung einzelner Personen erlaubt. Zweitens hätten mit dem neuen Gesetz Personen, die freiwillig auf einen Teil ihres Vermögens verzichtet hatten, weniger Sozialhilfe erhalten. Die Linken kritisierten hier, dass damit Leute bestraft würden, die zum Beispiel ihre Verwandten unterstützen oder viel Geld spenden, ohne zu wissen, dass sie später Sozialhilfe beziehen werden. Mit dieser Argumentation gelang es ihnen immerhin einige Personen zu überzeugen – aber nicht genügend: Das Gesetz wurde mit nur 136 Stimmen Unterschied abgelehnt.Ebenfalls im Kanton Uri wurde über eine Initiative abgestimmt, die ein Jagdverbot für Schneehühner und Schneehasen forderte. Ob diese beiden Tierarten möglicherweise vom Aussterben bedroht sind, war im Abstimmungskampf umstritten. Die Gegnerinnen und Gegner argumentierten, dass auch mit der Jagd ein gesunder Bestand garantiert werden könne und dass die Initiative nicht dazu beitragen würde, den Lebensraum der Tiere zu sichern. Gleichzeitig führte die Gegnerschaft allerdings auch eine Angstkampagne, in der sie den Initiant*innen vorwarf, Schritt für Schritt die Jagd als Ganzes abschaffen zu wollen. Diese Argumentation vermochte zu überzeugen, denn die Initiative wurde mit rund 53% abgelehnt.Kontroverse kommunale AbstimmungskampagnenFür nationale Schlagzeilen sorgte eine Abstimmung in der Gemeinde Weinfelden TG. Nämlich war dort im neuen Friedhofsreglement ein muslimischer Friedhof vorgesehen. Dieser wäre nach Mekka ausgerichtet gewesen und hätte auch Menschen nicht-muslimischen Glaubens offen gestanden. Gegen diese Regelung ergriff allerdings die christlich-konservative EDU das Referendum. Unterstützung erhielt sie dabei von der SVP und dem Egerkinger-Komitee. Das Egerkinger-Komitee ist eine antimuslimische Organisation, die schon hinter dem Burkaverbot und dem Minarettverbot stand. Sie argumentierten, dass der Staat nichts mit der Religion zu tun habe und deshalb keine Sonderregelung für Menschen mit muslimischem Glauben schaffen soll. Die muslimische Gemeinde in Weinfelden, die Befürworter*innen und auch das Stadtparlament hingegen sahen den Friedhof als Chance für die Integration und als Zeichen der Toleranz. Die Gemeinde Weinfelden warf dem Egerkinger-Komitee im Abstimmungskampf schliesslich auch Irreführung vor: Dieses hatte in einem Flyer fälschlicherweise behauptet, der islamische Glauben verbiete eine Bestattung neben Andersgläubigen, obwohl der Friedhof allen Glaubensrichtungen offen gestanden hätte. Trotzdem funktioniert die antimuslimische Kampagne und die Vorlage wurde mit 51.6% Nein-Stimmen abgelehnt. In der Stadt Aarau wurde der Gegenvorschlag zu einer Stadtklimainitiative angenommen sowie auch ein Kredit von 4.9 Millionen Franken, um die darin geforderten Massnahmen umzusetzen. Dabei handelte es sich in erster Linie um die Entsiegelung von Betonflächen, mehr Grünflächen und die Pflanzung von Bäumen. Die Gegner*innen hatten im Vorfeld vor allem von verschwindenden Parkplätzen gewarnt. Auf der Website des Nein-Komitees fanden sich jedoch auch ein paar weitere, eher fragwürdige Argumentationsmuster. So wird beispielsweise davor gewarnt, dass «von uns nicht gewählte Globa­listen wie Elon Musk, Klaus Schwab und George Soros den Lebens­stil in unserer Garten­stadt Aarau mit welt­fremden Vor­schrif­ten ein­schrän­ken wollen». Dabei ginge es ihnen nicht um das Aarauer Stadtklima, sondern um «mar­xis­ti­sche Ideo­lo­gie und to­ta­li­täre Kon­trolle». Ob sich George Soros allerdings wirklich für die Pflanzung von Bäumen in der Stadt Aarau interessiert und Elon Musk tatsächlich die marxistische Ideologie durchsetzen will, ist wohl doch eher fraglich.
[Stooszyt] Horw rockt - Jugendliche organisieren mit: Markian Dlaboha über sein Job: Soziokultureller Animator
[Stooszyt] Horw rockt - Jugendliche organisieren mit: Markian Dlaboha über sein Job: Soziokultureller Animator
Den Rahmen schaffen und dann die Entscheidung überlassenDas ist das Grundprinzip von partizipativen Prozessen. So versucht die soziokulturelle Animation, mit Jugendlichen gemeinsam etwas zu erarbeiten, anstatt ihnen einfach etwas zu geben, was sie beschäftigt. Der Prozess soll Teil der Beschäftigung sein. Nächstes Wochenende findet das Horw rockt statt. Dieses Fest für die Horwer Bevölkerung wurde in so einem partizipativen Prozess auf die Beine gestellt.Inwiefern Kinder und Jugendliche die Hebel in der Hand hatten, wo die Grenzen waren und was das Schwierig daran war, erzählt Markian Dlaboha im Interview. Er ist soziokultureller Animator bei der Gemeinde Horw und im Bereich Gesellschaft Fokus Kind und Jugendliche tätig. Kommunikation auf Augenhöhe Das zeichnet die Arbeit in der soziokulturellen Animation aus. Es geht nicht gross um ein Belehren, sondern eher begleiten. In diesem Beruf soll man einen guten Draht zu den Kindern und/oder Jugendlichen aufbauen. Wie das genau funktioniert, ist eine gute Frage. Vielleicht ein Händchen für Kinder, die Fähigkeit sich in ihre Lebensrealität hineinzuversetzen oder viel Geduld – die geheime Formel wird hier nicht gelöst."Dass man nicht nur der Polizist ist [...]"- Markian DlabohaDas gilt für Markian Dlaboha auch beim jetzigen Projekt Horw rockt. In den letzten Tagen der Vorbereitung drückt der Stress, aber auch kommt die Vorfreude. Und am Samstag ist es dann soweit. Das familienfreundliche Fest erwartet Gäste von klein bis gross. Auch Erwachsenen sollen auf ihre Kosten kommen.
[Stooszyt] Wechsel auf der Teppichetage: Die Leitung der Sprungfeder im Interview
[Stooszyt] Wechsel auf der Teppichetage: Die Leitung der Sprungfeder im Interview
Es kommt zum Wechsel beim Wettbewerb Sprungfeder. Nach drei Jahren verabschieden sich Geschwister Val und Noemi Mahler aus der Leitung des Contest. Auf sie folgen mit Nicoline Janka und Roman Rieder ein Duo mit spannenden Perspektiven. Im Interview stellt sich die neue Leitung vor und verrät, wo sie mit der Sprungfeder hin wollen. Für Fans der lokalen Musikszene ist es ein jährliches Muss. Der Wettbewerb Sprungfeder fördert junge Zentralschweizer Musiker*innen und ermöglicht ihnen erste Schritte in der Branche. In den letzten drei Jahre hat sich viel beim Wettbewerb verändert. Es kamen neue Preise dazu, Abläufe wurden kürzer und das ganze Projekt erhielt einen neuen Auftritt. Nun geben die Verantwortlichen das Zepter weiter. Das neue Duo der Geschäftsleitung hat vor einigen Wochen die Arbeit aufgenommen. Sie bringen selbst viel Erfahrung aus der Szene.Mit Nicoline Janka ist eine ehemalige Gewinnerin neu in der Leitung der Sprungfeder. Die Musikerin gewann den Wettbewerb 2022 als Teil der Band Aanim und ist in andern Formationen als Musikerin aktiv. Ergänzt wird sie durch Roman Rieder, Kulturmanager aus Luzern, der viel Erfahrung in der Jugendkulturförderung mitbringt.«Oft ist es wichtig, Menschen auch nur die Hand zu schütteln»Die ersten Wochen in der Geschäftsleitung waren noch mit Administration und Übergabe beschäftigt, doch das Duo macht sich bereits Gedanken über die Zukunft. Sie wollen den Fördercharakter des Wettbewerbs auch über das Finale hinaus erweitern. Denn, so betonen sie im Interview, Networking, sei ein wichtiger Teil des Musikschaffens. Deshalb wollen sie die Talente der Sprungfeder auch nach dem Wettbewerb vernetzen und so wertvolle Möglichkeiten schaffen. Ihre Erfahrungen als Musikerin und Manager dürften dabei von gutem Nutzen sein.
[Trojaner] Mit künstlicher Intelligenz zu neuen Therapieformen: Wie ein Dialog mit dem Kindes-Ich möglich wird
[Trojaner] Mit künstlicher Intelligenz zu neuen Therapieformen: Wie ein Dialog mit dem Kindes-Ich möglich wird
Wie würdest du mit dir selbst als Kind sprechen? Was würdest du dir selbst sagen? Daran forscht die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die Universität Zürich. Ihr Anhaltspunkt: Generative K.I. und eine Virtual-Reality-Brille. Wir begleiten Seren Simonett und erfahren, wie eine solche Therapie aussehen kann und was sie bei Seren selbst bewirken konnte:.
[Stooszyt] Ehemalige Landi wird zum Kulturhaus!: Ein Kunsthaus in der ehemaligen Landi!
[Stooszyt] Ehemalige Landi wird zum Kulturhaus!: Ein Kunsthaus in der ehemaligen Landi!
Raus mit den Gummistiefeln und Blumenerde und rein mit den Kunstwerken und Musikboxen! So scheint das Motto vom Kulturhaus Fruchthof zu sein. In dem Gebäude direkt am Bahnhof war früher die Landi. Jetzt ist dieses Gebäude ein Ort für Kultur. Dieses Kulturprojekt ist Teil der Zwischennutzung des Gebäudes. Dabei soll die ehemalige Ladenfläche zu einem öffentlichen Treffpunkt werden. Aus den alten Lagerräumen ist bereits ein Eventlokal geworden.Wir haben mit Jeremias Ambühl vom Kulturhaus Fruchthof gesprochen. Was er uns über die Zwischennutzung verraten hat, hörst du hier: «Wir sind jetzt jung, wir haben Hunger, wir versuchen möglichst viel auf die Beine zu stellen […]»In der ehemalige Ladenfläche soll jetzt noch ein Restaurant entstehen. Für dieses Restaurant hat Jeremias Ambühl und sein Team bereits ein Baugesuch eingereicht. Falls sie bis zum 02. Juni alle Bewilligungen erhalten, können sie das Restaurant eröffnen. Doch nicht nur die ehemalige Ladenfläche wird umgekrempelt, sondern auch die alten Lagerräume. Diese sind bereits in eine Eventhalle verwandelt worden. In dieser finden Konzerte, Lesungen, Märkte, Vorträge und andere kulturelle Events statt. Das wichtigste: Das Kulturhaus soll zu einem öffentlichen Treffpunkt werden und bei den Events soll jungen Artists eine Bühne geboten werden.Das Kulturhaus Fruchthof | Q: Samuel ErniDer Charm des Kulturhauses liege dabei in der Vergänglichkeit, betont Jeremias Ambühl im Interview. Es ist eine Zwischennutzung und irgendwann kommt diese zu einem Ende. Genauer gesagt: Ende 2026 ist Schluss mit dem Kulturhaus. Zumindest an diesem Standort. Jedoch will Jeremias Ambühl und sein Team das Projekt an einem anderen Ort weiterführen. Konkrete Ideen zu einer Anschlusslösung gibt es aber noch nicht. Die Diskussion über eine Anschlusslösung sei aber im Gange. Jeremias Ambühl schätzt die Erfolgschancen des Eventlokals als gross ein. Ebenfalls gross schätzt er den Impact des Eventlokals auf die Kultur ein, trotz der begrenzten Zeit.
[Sprechstunde] Unsichtbare Kämpfe
[Sprechstunde] Unsichtbare Kämpfe
Maja Tschumi im Gespräch über ihren Film Immortals.
[Stooszyt] 50 Jahre Jazz in Willisau: Der Festivalleiter im Gespräch
[Stooszyt] 50 Jahre Jazz in Willisau: Der Festivalleiter im Gespräch
Seit Jahrzehnten wird jeden Spätsommer die Kleinstadt Willisau im luzernischen Hinterland von massenhaften Jazzfans besucht. Das renommierte Jazzfestival Willisau hat in der Jazzwelt Ansehen und das mittlerweile seit 50 Jahren. Ausserdem gibt es über ein dutzend Alben, welche dank dem Festival Willisau im Namen tragen. Ganz genau wie viele, weiss das aber niemand so wirklich. Dieses Jahr feiert das Festival sein 50-jähriges Bestehen. Der Festivalleiter Arno Troxler war bei uns zu Gast.
[Festivalsaison] Die Welt im Städtli - Das waren die Stanser Musiktage 2025!: It's all in the vibrations - Steam Down Interview
[Festivalsaison] Die Welt im Städtli - Das waren die Stanser Musiktage 2025!: It's all in the vibrations - Steam Down Interview
Jeden Frühling versammelt sich die ganze Welt in Stans. Über das gesamte Städtli verteilt genossen während fünf Tagen rund 20'000 Besuchende ein musikalisches Programm, das für alle etwas bot. Vom lüpfigen Klezmer der Zürcher Band Cheibe Balagan bis zu den bluesigen Melodien des Gitarrenkönigs aus Mali, Vieux Farka Touré. Auch wir waren dabei! Unten fassen wir dir in einer zweistündigen Sendung die prägendsten Ereignisse zusammen.  Der Blues-Botschafter aus der Wüste - Vieux Farka Touré im Interview15 Jahre nach seinem selbstbetitelten Debut wendet sich Vieux Farka Touré 2022 mit dem Album «Les Racines» seinen Wurzeln zu. Während er sich anfangs seiner Karriere um künstlerische Eigenständigkeit und Einzigartigkeit bemühte, sieht er sich heute mehr als ein Botschafter eines Klanges, der schon weit vor seiner Geburt entwickelt wurde.  An der Speerspitze des sogenannten «Desert Blues» – wie die gitarrenbasierte Musik der Sahel-Zone genannt wird – stand über Jahrzehnte Ali Farka Touré, Vieux’ Vater. Dieser war anfangs nicht allzu begeistert von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes. Lieber sollte er eine Karriere im Militär anstreben – zu unsicher erschien ihm die finanzielle Situation eines Musikers. Für die Aufnahmen zu Les Racines spielt Vieux auf der Gitarre, die seinen Vater während dessen gesamter Karriere begleitet hat.Vieux Farka Touré mit seiner Band im Theater an der Mürg | Bild: 3FACHNeben «Les Racines» widmet sich Vieux auch auf der Langspielplatte «Ali» den Klängen seines Vaters. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit den texanischen Audiophilinnen von Khruangbin und besteht ausschliesslich aus Neuinterpretationen von Ali Farka Touré Songs. Diesen Rückzug zu den Ursprüngen seiner eigenen musikalischen Identität sieht Vieux Farka Touré jedoch nur als eine weitere Etappe in seinem musikalischen Werdegang. Wohin es als nächstes geht, weiss er nicht – jedoch will er weiterhin mit spannenden Musikerinnen kollaborieren. Schliesslich sieht er in der musikalischen Zusammenarbeit nicht nur einen Austausch, sondern auch eine Möglichkeit, seine eigene kreative Entwicklung voranzutreiben.Musik ist nicht nur Kunst, sondern auch eine Übermittlerin von Nachrichten – eine Qualität, die in der traditionellen Musik Malis schon seit Jahrtausenden genutzt wird. So sieht sich Vieux auch als ein Bote des Friedens: Seine Texte stellen sich gegen die Gewalt und appellieren an den menschlichen Verstand und die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens."I Realized It Was Me!" - Steam Down im InterviewNormalerweise dauern ihre Auftritte weniger als eine Stunde – trotzdem war Steam Down auch nach fast 90 Minuten Auftritt kaum von der Bühne zu bringen, und das aus gutem Grund. Das Kollektiv heizte das Kollegi zu einem stickigen Kessel voller tänzerischer Energie an und liess sich immer wieder aufs Neue vom Publikum zu neuen, explosionsartigen Ausbrüchen musikalischer Extase antreiben. Obwohl Steam Down erst dieses Jahr ihre Debut-LP auf den Markt bringt, ist das Kollektiv schon lange ein integraler Bestandteil der Londoner Jazz-Szene, deren Strahlkraft längst über die Stadtgrenzen hinaus in die ganze Welt wirkt. 2017 gegründet, liegt Steam Down das Pflegen einer lebendigen Musikszene am Herzen. Bei den wöchentlichen SD Weekly Events präsentieren sie in einem Community Center in Peckham – einem der ethnisch diversesten Teile der Stadt – ihr Können. Die Musik kanalisiert verschiedene Einflüsse diasporischer Klänge: karibische Rhythmen treffen auf feurige Saxophonklänge à la Fela Kuti und kosmische Improvisationen, die an die Live-Aufnahmen des Sun Ra Arkestras erinnern. Dazu kommen gesellschaftskritische Texte von Vocalist Afronaut Zu, welche systemische Missstände anprangern und an das eigene Durchhaltevermögen appellieren – in einer Welt, die einem zunehmend feindlich gesinnt ist.Ahnansé vom Steam Down Kollektiv | Bild: 3FACHMusik, so der Spiritual Leader und Saxophonist des Kollektivs Ahnansé, wachse in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Menschen achten zunehmend auf ihre Ernährung und ihre mentale Gesundheit. Dass auch Musik zu einer massiven Verbesserung des eigenen physischen und psychischen Zustands beitragen kann, weiss er schon lange. Sein Ziel ist es, jeder einzelnen Person, die ein Konzert seines Kollektivs besucht, die nötige Energie mitzugeben, um positiver gestimmt durchs Leben zu gehen.Zauber im Wind - Duo Ruut im InterviewMit dem Suur Munamäg (dt. grosser Eierberg) – mit 318 Metern über Meer der höchste Berg Estlands – liesse sich diese Landschaft nicht vergleichen, lachen Ann-Lisett Rebane und Katariina Kivi nach ihrem Ausflug auf das Stanserhorn und wenige Stunden vor ihrem Auftritt in der Kapuzinerkirche. Seit nun mehr als acht Jahren sind die beiden unter dem Namen Duo Ruut unterwegs. Aufgewachsen in einem Land, das sich seine Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes ersungen hat (siehe Singende Revolution), wurden auch die beiden Musikerinnen in einem Umfeld gross, wo jahrhundertealte Volkslieder zum Alltag gehören und ein Chorbesuch in der Schule obligatorisch ist. Für ihre eigenen Kompositionen durchforsten die beiden Datenbanken auf der Suche nach passenden Texten aus dem breiten Korpus der estnischen Liedtradition. Die Wörter bleiben die gleichen, die Arrangements werden jedoch neu gestaltet. Die Texte des neuen Albums «Ilmateade» (dt. Wetterbericht) folgen dem estnischen Konzept, Naturgegebenheiten als Metaphern für innere Kämpfe und Schwierigkeiten zu nutzen – aber auch, um auf grössere Probleme aufmerksam zu machen. Diese Ebene wird durch das Wort «Ilm» verdeutlicht, das auf Estnisch sowohl «Wetter» als auch «Welt» bedeuten kann. Auch eröffnen die Texte eine magische Ebene: Sie dienen nicht nur dem Ausdruck von Empfindungen, sondern halten auch eine etwas praktischere Funktion inne. So dient das Lied «Tuule sõnad» auch als eine Art Zauberspruch, der die eisigen Meereswinde vertreiben soll.Ann-Lisett Rebane und Katariina Kivi vor dem Stanser Kapuzinerkloster | Bild: 3FACHNeben den beiden Stimmen, die sich mal harmonisch ergänzen, sich zwischendurch in Call-and-Response-Muster hochschaukeln und dann auch kanonartig einander hinterherrennen, steht die estnische Kannel im Vordergrund. Ähnlich dem Appenzeller Hackbrett – wobei die Kannel typischerweise gezupft oder mit den Fingern fein angeschlagen und nicht «gehackt» wird – ergänzt das Instrument nicht nur auf harmonischer und melodischer Ebene, sondern wird auch immer wieder durch kleine Klopf- und Schlagbewegungen zum Perkussionsinstrument. Eine Spielweise, die sich klar von der Tradition distanziert, dafür aber umso mehr auf Anklang stösst. So spielen Duo Ruut diesen Sommer noch an zwei der grössten europäischen Festivals – Roskilde und Glastonbury – und können dort tausende weitere Menschen verzaubern.Krach und Kimono - Mitsune im InterviewTraditionelle japanische Musik gepaart mit der richtigen Prise Punk. Kann das gut gehen? Oh ja – und wie. Mitsune ist im Moment in Berlin zu Hause, die Mitglieder der Band sind aber unter anderem in Japan, Australien und Griechenland verwurzelt. Am Anfang stand die Liebe zur Shamisen, einem traditionell japanischen Saiteninstrument, das ähnlich wie ein Banjo aussieht, im Vergleich zu diesem aber nur drei Saiten besitzt und mit einem Plektrum gespielt wird. Der Klang ist kräftig und etwas stumpf. Unter den Schülerinnen in Tokyo war die Shamisen alles andere als das Lieblingsinstrument. Ihre Lehrpersonen haben sie mit Süssigkeiten bestochen, damit sie den Shamisen-Unterricht besuchen, erinnert sich Shiomi Kawaguchi – ein Viertel von Mitsune – zurück. Erst mit der Zeit habe sie das Instrument lieben gelernt.Youka Snell, Shiomi Kawaguchi, Daigo Nakai und Petros Tzekos | Bild: 3FACHAnders war es bei Youka Snell, die zusammen mit Shiomi Kawaguchi und Tina Kopp die Band 2018 gegründet hat. Ursprünglich akademisch ausgebildete Geigerin, war die Shamisen Teil einer Wiederentdeckung ihrer japanischen Wurzeln. Die Band startete mit Interpretationen alter japanischer Stücke aus der Minyo-Tradition. Heute schreiben sie auch eigene Stücke, welche aus der Feder von Youka stammen. Die Auftritte von Mitsune sind energetisch und theatralisch – schliesslich ist das Instrument auch Bestandteil des japanischen Kabuki-Theaters. Auf der Bühne tragen Mitsune Kostüme, die ihre fluide Vermischung von Tradition und Moderne auf visueller Ebene widerspiegeln. Die farbenfrohen Kostüme aus Stofffetzen alter Seiden-Kimonos haben jedoch einen Nachteil: Sie lassen sich nicht waschen.Für ihre Show an den Stanser Musiktagen spielten Youka Snell und Shiomi Kawaguchi zusammen mit dem Perkussionisten Petros Tzekos und dem Bassisten Daigo Nakai.Diese Berichterstattung hat die Kulturförderung Nidwalden ermöglicht!
[Festivalsaison] Die Welt im Städtli - Das waren die Stanser Musiktage 2025!: Stanser Musiktage - Ein Recap
[Festivalsaison] Die Welt im Städtli - Das waren die Stanser Musiktage 2025!: Stanser Musiktage - Ein Recap
Jeden Frühling versammelt sich die ganze Welt in Stans. Über das gesamte Städtli verteilt genossen während fünf Tagen rund 20'000 Besuchende ein musikalisches Programm, das für alle etwas bot. Vom lüpfigen Klezmer der Zürcher Band Cheibe Balagan bis zu den bluesigen Melodien des Gitarrenkönigs aus Mali, Vieux Farka Touré. Auch wir waren dabei! Unten fassen wir dir in einer zweistündigen Sendung die prägendsten Ereignisse zusammen.  Der Blues-Botschafter aus der Wüste - Vieux Farka Touré im Interview15 Jahre nach seinem selbstbetitelten Debut wendet sich Vieux Farka Touré 2022 mit dem Album «Les Racines» seinen Wurzeln zu. Während er sich anfangs seiner Karriere um künstlerische Eigenständigkeit und Einzigartigkeit bemühte, sieht er sich heute mehr als ein Botschafter eines Klanges, der schon weit vor seiner Geburt entwickelt wurde.  An der Speerspitze des sogenannten «Desert Blues» – wie die gitarrenbasierte Musik der Sahel-Zone genannt wird – stand über Jahrzehnte Ali Farka Touré, Vieux’ Vater. Dieser war anfangs nicht allzu begeistert von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes. Lieber sollte er eine Karriere im Militär anstreben – zu unsicher erschien ihm die finanzielle Situation eines Musikers. Für die Aufnahmen zu Les Racines spielt Vieux auf der Gitarre, die seinen Vater während dessen gesamter Karriere begleitet hat.Vieux Farka Touré mit seiner Band im Theater an der Mürg | Bild: 3FACHNeben «Les Racines» widmet sich Vieux auch auf der Langspielplatte «Ali» den Klängen seines Vaters. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit den texanischen Audiophilinnen von Khruangbin und besteht ausschliesslich aus Neuinterpretationen von Ali Farka Touré Songs. Diesen Rückzug zu den Ursprüngen seiner eigenen musikalischen Identität sieht Vieux Farka Touré jedoch nur als eine weitere Etappe in seinem musikalischen Werdegang. Wohin es als nächstes geht, weiss er nicht – jedoch will er weiterhin mit spannenden Musikerinnen kollaborieren. Schliesslich sieht er in der musikalischen Zusammenarbeit nicht nur einen Austausch, sondern auch eine Möglichkeit, seine eigene kreative Entwicklung voranzutreiben.Musik ist nicht nur Kunst, sondern auch eine Übermittlerin von Nachrichten – eine Qualität, die in der traditionellen Musik Malis schon seit Jahrtausenden genutzt wird. So sieht sich Vieux auch als ein Bote des Friedens: Seine Texte stellen sich gegen die Gewalt und appellieren an den menschlichen Verstand und die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens."I Realized It Was Me!" - Steam Down im InterviewNormalerweise dauern ihre Auftritte weniger als eine Stunde – trotzdem war Steam Down auch nach fast 90 Minuten Auftritt kaum von der Bühne zu bringen, und das aus gutem Grund. Das Kollektiv heizte das Kollegi zu einem stickigen Kessel voller tänzerischer Energie an und liess sich immer wieder aufs Neue vom Publikum zu neuen, explosionsartigen Ausbrüchen musikalischer Extase antreiben. Obwohl Steam Down erst dieses Jahr ihre Debut-LP auf den Markt bringt, ist das Kollektiv schon lange ein integraler Bestandteil der Londoner Jazz-Szene, deren Strahlkraft längst über die Stadtgrenzen hinaus in die ganze Welt wirkt. 2017 gegründet, liegt Steam Down das Pflegen einer lebendigen Musikszene am Herzen. Bei den wöchentlichen SD Weekly Events präsentieren sie in einem Community Center in Peckham – einem der ethnisch diversesten Teile der Stadt – ihr Können. Die Musik kanalisiert verschiedene Einflüsse diasporischer Klänge: karibische Rhythmen treffen auf feurige Saxophonklänge à la Fela Kuti und kosmische Improvisationen, die an die Live-Aufnahmen des Sun Ra Arkestras erinnern. Dazu kommen gesellschaftskritische Texte von Vocalist Afronaut Zu, welche systemische Missstände anprangern und an das eigene Durchhaltevermögen appellieren – in einer Welt, die einem zunehmend feindlich gesinnt ist.Ahnansé vom Steam Down Kollektiv | Bild: 3FACHMusik, so der Spiritual Leader und Saxophonist des Kollektivs Ahnansé, wachse in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Menschen achten zunehmend auf ihre Ernährung und ihre mentale Gesundheit. Dass auch Musik zu einer massiven Verbesserung des eigenen physischen und psychischen Zustands beitragen kann, weiss er schon lange. Sein Ziel ist es, jeder einzelnen Person, die ein Konzert seines Kollektivs besucht, die nötige Energie mitzugeben, um positiver gestimmt durchs Leben zu gehen.Zauber im Wind - Duo Ruut im InterviewMit dem Suur Munamäg (dt. grosser Eierberg) – mit 318 Metern über Meer der höchste Berg Estlands – liesse sich diese Landschaft nicht vergleichen, lachen Ann-Lisett Rebane und Katariina Kivi nach ihrem Ausflug auf das Stanserhorn und wenige Stunden vor ihrem Auftritt in der Kapuzinerkirche. Seit nun mehr als acht Jahren sind die beiden unter dem Namen Duo Ruut unterwegs. Aufgewachsen in einem Land, das sich seine Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes ersungen hat (siehe Singende Revolution), wurden auch die beiden Musikerinnen in einem Umfeld gross, wo jahrhundertealte Volkslieder zum Alltag gehören und ein Chorbesuch in der Schule obligatorisch ist. Für ihre eigenen Kompositionen durchforsten die beiden Datenbanken auf der Suche nach passenden Texten aus dem breiten Korpus der estnischen Liedtradition. Die Wörter bleiben die gleichen, die Arrangements werden jedoch neu gestaltet. Die Texte des neuen Albums «Ilmateade» (dt. Wetterbericht) folgen dem estnischen Konzept, Naturgegebenheiten als Metaphern für innere Kämpfe und Schwierigkeiten zu nutzen – aber auch, um auf grössere Probleme aufmerksam zu machen. Diese Ebene wird durch das Wort «Ilm» verdeutlicht, das auf Estnisch sowohl «Wetter» als auch «Welt» bedeuten kann. Auch eröffnen die Texte eine magische Ebene: Sie dienen nicht nur dem Ausdruck von Empfindungen, sondern halten auch eine etwas praktischere Funktion inne. So dient das Lied «Tuule sõnad» auch als eine Art Zauberspruch, der die eisigen Meereswinde vertreiben soll.Ann-Lisett Rebane und Katariina Kivi vor dem Stanser Kapuzinerkloster | Bild: 3FACHNeben den beiden Stimmen, die sich mal harmonisch ergänzen, sich zwischendurch in Call-and-Response-Muster hochschaukeln und dann auch kanonartig einander hinterherrennen, steht die estnische Kannel im Vordergrund. Ähnlich dem Appenzeller Hackbrett – wobei die Kannel typischerweise gezupft oder mit den Fingern fein angeschlagen und nicht «gehackt» wird – ergänzt das Instrument nicht nur auf harmonischer und melodischer Ebene, sondern wird auch immer wieder durch kleine Klopf- und Schlagbewegungen zum Perkussionsinstrument. Eine Spielweise, die sich klar von der Tradition distanziert, dafür aber umso mehr auf Anklang stösst. So spielen Duo Ruut diesen Sommer noch an zwei der grössten europäischen Festivals – Roskilde und Glastonbury – und können dort tausende weitere Menschen verzaubern.Krach und Kimono - Mitsune im InterviewTraditionelle japanische Musik gepaart mit der richtigen Prise Punk. Kann das gut gehen? Oh ja – und wie. Mitsune ist im Moment in Berlin zu Hause, die Mitglieder der Band sind aber unter anderem in Japan, Australien und Griechenland verwurzelt. Am Anfang stand die Liebe zur Shamisen, einem traditionell japanischen Saiteninstrument, das ähnlich wie ein Banjo aussieht, im Vergleich zu diesem aber nur drei Saiten besitzt und mit einem Plektrum gespielt wird. Der Klang ist kräftig und etwas stumpf. Unter den Schülerinnen in Tokyo war die Shamisen alles andere als das Lieblingsinstrument. Ihre Lehrpersonen haben sie mit Süssigkeiten bestochen, damit sie den Shamisen-Unterricht besuchen, erinnert sich Shiomi Kawaguchi – ein Viertel von Mitsune – zurück. Erst mit der Zeit habe sie das Instrument lieben gelernt.Youka Snell, Shiomi Kawaguchi, Daigo Nakai und Petros Tzekos | Bild: 3FACHAnders war es bei Youka Snell, die zusammen mit Shiomi Kawaguchi und Tina Kopp die Band 2018 gegründet hat. Ursprünglich akademisch ausgebildete Geigerin, war die Shamisen Teil einer Wiederentdeckung ihrer japanischen Wurzeln. Die Band startete mit Interpretationen alter japanischer Stücke aus der Minyo-Tradition. Heute schreiben sie auch eigene Stücke, welche aus der Feder von Youka stammen. Die Auftritte von Mitsune sind energetisch und theatralisch – schliesslich ist das Instrument auch Bestandteil des japanischen Kabuki-Theaters. Auf der Bühne tragen Mitsune Kostüme, die ihre fluide Vermischung von Tradition und Moderne auf visueller Ebene widerspiegeln. Die farbenfrohen Kostüme aus Stofffetzen alter Seiden-Kimonos haben jedoch einen Nachteil: Sie lassen sich nicht waschen.Für ihre Show an den Stanser Musiktagen spielten Youka Snell und Shiomi Kawaguchi zusammen mit dem Perkussionisten Petros Tzekos und dem Bassisten Daigo Nakai.Diese Berichterstattung hat die Kulturförderung Nidwalden ermöglicht!